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Rendite

Was ist die Rendite?

Die Rendite ist der erwirtschaftete Ertrag ins Verhältnis gesetzt zum eingesetzten Kapital. Bei Aktien versteht man unter der Rendite in der Regel die Dividendenrendite, wobei sich diese lediglich auf die jährliche Ausschüttung bezieht. Der Kursverlauf wird dabei jedoch nicht berücksichtigt. Was bringt Ihnen also eine Dividendenrendite von 5% einer Aktie, wenn der Kurs gleichzeitig 10% verliert? Unterm Strich haben Sie dann einen Verlust von 5% erlitten.

Bei Anleihen müssen Sie beachten, dass Sie niemals die Rendite mit der Nominalverzinsung gleichsetzen sollten. Vielmehr müssen Sie bei der Berechnung beachten, ob die Anleihe ein Agio (über Pari also 100%) oder ein Disagio (unter Pari also 100%) aufweist. Zusätzlich müssen Sie dann den gesamten Ertrag bzw. Verlust der während der Laufzeit erzielt wird ins Verhältnis zur Laufzeit selbst setzen.

Hierzu möchten wir Ihnen zwei einfache Beispiele an die Hand geben.

Beispiel 1:

Sie kaufen eine Anleihe zu einem Kurs von 95%. Die Restlaufzeit beträgt exakt 1 Jahr und der nominale Zins beträgt 3%. Die Rendite sagt nun aus, was Sie unterm Strich insgesamt mit dieser Anleihe an Zinsen und Kursgewinn verdienen im Schnitt pro Jahr verdienen. Steuern und evtl. Gebühren werden dabei in der Regel nicht berücksichtigt, da je nach Person unterschiedliche Steuern anfallen und auch die Kaufgebühren von Bank zu Bank sich unterscheiden.

Da die Anleihe am Laufzeitende stets zu 100% zurückgezahlt wird, erzielen Sie einen sicheren Kursgewinn von 5%. Die Verzinsung von 3% erhalten Sie ebenfalls, so dass Sie unterm Strich 8% Rendite erzielen.

Beispiel 2:

Siehe Beispiel 1 nur dass die Laufzeit exakt zwei Jahre beträgt. Hier müssen Sie nun genau aufpassen. Sie erzielen weiterhin einen Kursgewinn von 5%. Dieser verteilt sich jedoch auf zwei Jahre und nicht mehr auf ein Jahr. Die Rendite sagt aber vereinfacht gesagt immer aus, wie viel Sie im Schnitt pro Jahr verdienen. Daher verteilt sich der Kursgewinn von 5% auf 2 Jahre. Pro Jahr sind dies vereinfacht ausgedrückt 2,5%. Die Zinsen in Höhe von 3% erhalten Sie jährlich zur Zinsausschüttung. Insofern beträgt die Rendite ca. 5,5%, da Sie jährlich 3% Zinsen und jeweils 2,5% Kursgewinn erzielen. Die genaue Rendite in dem eben genannten Beispiel beträgt 5,72%. Die vorgestellte Berechnungsmethode ist daher ein Näherungsverfahren.

Liegt der Kurs einer Anleihe deutlich über 100%, werden zum Laufzeitende hin Kursverluste realisiert, welche die erhaltenen Zinsen kompensieren. Vermeintlich hohe Zinsen auf eine Anleihe sind also nicht sonderlich attraktiv, wenn gleichzeitig der Kurs der Anleihe sehr hoch steht. Daher ist die Rendite ein sehr aussagekräftiges Instrument um ein Wertpapier oder ein Finanzprodukt zu bewerten.

Merken Sie sich generell: Hohes Risiko bedeutet zugleich auch eine hohe Rendite und umgekehrt. Die „Eierlegende Wollmilchsau“ gibt es dabei leider nicht. Diese sieht so aus, dass Sie mit niedrigem Risiko eine hohe Rendite erzielen. Sollte Ihnen dies dennoch von einem Berater oder ähnlichem versprochen werden, werden Sie am besten skeptisch. Denn wenn die Anlage so fantastisch ist würde Sie jeder machen und unendlich reich  werden, damit niemand mehr arbeiten muss.

Gerade für Anleihen können Sie sich also merken: Steigende Kurse führen zu niedrigen Renditen (Zinsen) und umgekehrt!