Altersvorsorge » Staatliche Förderung » Riester » Anlagemöglichkeiten

Anlagemöglichkeiten bei Riester

Welche Produkte bzw. Anlagemöglichkeiten gibt es bei der Riester-Rente?

Neben Pensionskassen und Pensionsfonds – die in der Praxis bei der Riester-Rente nur eine geringe Bedeutung haben - gibt es grundsätzlich drei verschiedene Anlageformen für den Riester-Vertrag auf welche wir nun eingehen wollen:

1. Banksparpläne:

Hier handelt es sich um Sparpläne die weder in eine Versicherung noch in Fonds fließen. Anlageform ist daher z.B. oft ein Sparbuch.

Vorteil:

  • Die Anlage ist sicher und es fallen keine Kosten für den Abschluss an.
  • Flexibilität ist gewahrt, da Produktwechsel möglich ist.
  • Rente muss erst im Nachhinein versteuert werden. Da aber im Alter in der Regel die meisten einen niedrigen Steuersatz haben kann man dies locker verkraften.

Nachteil:

  • Unwissenheit über spätere Rente, da die gezahlten Zinsen abhängig sind von der Entwicklung am Zinsmarkt. So kann niemand voraussehen wie sich das Zinsniveau in 20 Jahren entwickelt.
  • Geschäftsbanken bieten Sparpläne nicht an. Erhältlich sind solche Sparverträge nur über Genossenschaftsbanken und Sparkassen. -> nur regionale Versorgung

Experten erwarten bei dieser Anlageform eine Rendite von 4 – 5% (incl. Förderung vom Staat).

2. Versicherungen:

Experten behaupten, dass die Versicherungen am besten bei den Sparern ankommen. Tatsächlich sind wir jedoch der Ansicht, dass dieser Bereich am meisten von Anbietern gepusht wird, da hier am meisten verdient werden kann. So sind fast 80% der Riesterverträge in Versicherungen investiert.

Als Möglichkeit haben Sie dabei als Anleger eine klassische Rentenversicherung oder eine fondsgebundene Rentenversicherung abzuschließen. Bei der klassischen Variante haben Sie den Vorteil, dass der Versicherer Ihnen eine garantierte Mindestrendite (2,25% per April 2009 auf den Sparanteil welcher nicht gleich dem Gesamtbeitrag entspricht) zusagt und Ihnen so Kalkulationssicherheit bietet. Da das Geld bei der konservativen Variante entsprechend defensiv angelegt wird, können Sie als Anleger auch nur sehr begrenzt von den Chancen am Kapitalmarkt profitieren. Wie schon so oft dargestellt kommt es auf Ihre Risikopräferenz an, da jeder Chance auch ein entsprechendes Risiko gegenüber steht.

Eine Alternative sind da die fondsgebundenen Riesterversicherungen. Garantiert wird dabei der Kapitalerhalt der gezahlten Beiträge und zusätzlich können Sie auch noch die Fondsauswahl komplett selbst übernehmen. Wer sich dies nicht zutraut kann die Fondsauswahl auch Experten überlassen in Form von entsprechenden „Fondsportfolios“.

Ein großer Nachteil der Versicherungsverträge ist sicherlich die hohe Gebührenbelastung. So drückt vor allem in den ersten 5 Jahren die Abschlussprovision auf die Rendite des Vertrages. Nicht das was sich also am besten verkauft ist automatisch das Beste.

3. Fondssparpläne:

Diese Variante des Riester-Sparens wird immer beliebter. In unseren Augen auch zu recht, da es sich um eine sehr attraktives Produkt handelt. So können Sie mit diesen Produkten direkt von den Chancen des Aktienmarktes profitieren. Wie wir schon aufgezeigt haben wirkt sich dies vor allem auf lange Sicht positiv auf die Rendite aus. à Renditebewusste und jüngere Anleger sind die Zielgruppe für diese Variante.

Ein weiterer Vorteil ist auch hier, dass die eingezahlten Beiträge garantiert sind. Selbst wenn also die Fonds auf die gesamte Laufzeit Verluste bringen sollten (was sehr unwahrscheinlich ist trotz aller Krisen am Aktienmarkt) haben Sie am Ende ein Plus, da die eingezahlten Beiträge garantiert sind und Sie ja zusätzlich Steuervorteile und Förderung erhalten würden.

Das Angebot hält sich dagegen in Grenzen. Nur wenige Fondsgesellschaften bieten Riester-Verträge an. Oft ist eine Anlage fest gebunden und kann von Ihnen nicht selbst bestimmt werden im Gegensatz zur fondsgebundenen Rentenversicherung auf Riesterbasis. Dennoch gibt es in unseren Augen aber zwei Anbieter welche besonders positive Konstruktionen herausgebracht haben. Dabei handelt es sich um die Union Investment und die DWS, wobei letztere zwei Modelle anbietet. Je nach Typ erhält der Anleger so ein gutes Management von der aktuell führenden Fondsgesellschaft in Deutschland.

Bei einigen Gesellschaften oder Vermittlern erhalten Sie auch Rabatte auf den Ausgabeaufschlag, wobei dieser natürlich nicht das alleinige Entscheidungskriterium für Sie sein sollte. Lieber kaufen Sie einen Fonds mit langfristig guter Rendite und hohem Ausgabeaufschlag als einen Fonds mit schwacher Rendite aber niedrigem Ausgabeaufschlag. Selbstverständlich ist die zukünftige Rendite eines Fonds nicht vorhersehbar, aber letztendlich müssen Sie darauf achten, nicht nur nach den Kosten zu entscheiden.